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Was ist eine Umschulung?

Was eine Umschulung ist, wie lange sie dauert und wann es einen Rechtsanspruch auf Förderung gibt. Mit Weiterbildungsgeld und Prämien.

Kurz erklärt

Umschulung (nachträglicher Berufsabschluss): Eine Umschulung ist eine Weiterbildung, die zu einem anerkannten Berufsabschluss führt. In Vollzeit ist sie in der Regel um mindestens ein Drittel kürzer als die reguläre Ausbildung (§ 180 Abs. 4 SGB III).

Dauer

Eine Vollzeitmaßnahme, die zu einem Abschluss in einem anerkannten Ausbildungsberuf führt, gilt als angemessen lang, wenn sie gegenüber der Ausbildung um mindestens ein Drittel verkürzt ist (§ 180 Abs. 4 SGB III). Ausnahmen gibt es, wenn eine Verkürzung rechtlich nicht möglich ist oder im Einzelfall eine erfolgreiche Teilnahme nur ohne Verkürzung zu erwarten ist.

Rechtsanspruch auf Förderung

Beim nachträglichen Erwerb eines Berufsabschlusses wird gefördert, wenn Sie keinen Berufsabschluss mit mindestens zweijähriger Ausbildung haben oder seit über vier Jahren an- oder ungelernt arbeiten und im gelernten Beruf voraussichtlich nicht mehr arbeiten können, geeignet sind, voraussichtlich erfolgreich teilnehmen und Ihre Beschäftigungschancen verbessern (§ 81 Abs. 2 SGB III).

Dazu kommen Weiterbildungsgeld und Weiterbildungsprämie. Ausführlich im Beitrag Umschulung mit Bildungsgutschein.

In der Praxis: ein Beispiel

Ein Lagerhelfer ohne Berufsabschluss arbeitet seit acht Jahren an- und ungelernt. Er möchte Fachkraft für Lagerlogistik werden. Weil ihm ein Berufsabschluss mit mindestens zweijähriger Ausbildung fehlt, kommt der Rechtsanspruch aus § 81 Abs. 2 SGB III in Frage, wenn er geeignet ist und voraussichtlich erfolgreich teilnimmt. Alternativ kann er den Beruf in Modulen über eine Teilqualifizierung erwerben.

So helfen wir Ihnen

Wir klären mit Ihnen, welcher Förderweg zu Ihrer Lage passt, und suchen einen zugelassenen Kurs aus unserem Kursfinder. Alle Förderwege im Überblick finden Sie auf der Seite Förderung, einen Gesprächstermin können Sie hier anfragen.

Häufige Fragen

Ist eine Umschulung schwerer als eine Ausbildung?

Der Stoff ist derselbe, die Zeit meist um ein Drittel kürzer (§ 180 Abs. 4 SGB III). Das heißt: mehr Lernpensum pro Woche. Dafür bringen die meisten Teilnehmenden Berufserfahrung mit.

Wer zahlt das Gehalt bei einer Umschulung?

Bei einer Umschulung mit Bildungsgutschein gibt es kein Gehalt. Arbeitslose erhalten in der Regel Arbeitslosengeld bei beruflicher Weiterbildung und zusätzlich 150 Euro Weiterbildungsgeld im Monat (§ 87a SGB III).

Verwandte Begriffe

Quellen

Die Rechtsgrundlagen und offiziellen Stellen, auf die sich dieser Beitrag stützt. Links zuletzt geprüft am .

  1. § 180 SGB III: Ergänzende Anforderungen an Maßnahmen der beruflichen WeiterbildungBundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de
  2. § 81 SGB III: Grundsatz der Förderung beruflicher WeiterbildungBundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de
  3. § 87a SGB III: Weiterbildungsprämie und WeiterbildungsgeldBundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de

Hinweis: Diese Informationen dienen der Orientierung und sind keine Rechtsberatung. Ob Sie gefördert werden, entscheidet im Einzelfall die zuständige Stelle, etwa die Agentur für Arbeit, das Jobcenter oder die Rentenversicherung. Stand: 08.11.2026.